Archiv der Ausgabe 3 | 22. Jahrgang | Herbst 2009
- Luxushotels haben es momentan nicht leicht, trotzdem wird fleißig weiter gebaut
- von Sebastian Wittig
Trotz weltweiter Wirtschafts- und Finanzkrise herrscht auf dem Berliner Hotelmarkt auch 20 Jahre nach dem Mauerfall Goldgräberstimmung. Zumindest was den Neubau von Hotels angeht. In der West-City eröffnete erst vor kurzem an der Lietzenburger Straße das spanische „Abba“-Hotel; Anfang September feierte die israelische Fattal-Gruppe die Inbetriebnahme ihres Flaggschiffes in der deutschen Hauptstadt, des Vier-Sterne-Superior- Hauses „Leonardo Royal“ an der Otto-Braun-Straße in Friedrichshain. Obwohl sich seit 1999 die Zahl der Hotelbetten bereits von 54 160 auf mehr als 108 000 verdoppelt hat, sind weitere Bauprojekte in Planung.

Foto: Hotel InterContinental Berlin
Der Berliner Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) korrigierte zwar seine Wachstumsprognose für die Übernachtungszahlen bis Ende 2010 deutlich nach unten. Danach würden voraussichtlich einige der 60 bis Ende 2011 geplanten Neubauvorhaben wegen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zurückgestellt. Aber dennoch soll sich bis Ende 2011 die Zahl der Betten in der Hauptstadt auf 120 000 erhöhen. Die Folgen für das Übernachtungsgeschäft sind nur schwer absehbar – vor allem nicht für die derzeit noch 22 Fünf-Sterne- und Luxushotels der Hauptstadt (bis 2012 sollen mindestens zwei weitere hinzukommen). Besonders in diesem Segment tobt derzeit ein erbitterter Preiskrieg. Bereits seit längerem werden Zimmer zu Dumpingpreisen von unter 100 Euro angeboten. Im November etwa bietet das Hotel „Palace“ am Zoo zu bestimmten Zeiten das Doppelzimmer mit Frühstück für 99 Euro an. Auch andere Fünf-Sterne- Häuser locken im eher reiseschwachen Monat mit attraktiven Preisen wie etwa das „Esplanade“ (99 Euro), das „Radisson Blu“ (104,25 Euro), das „Steigenberger“ (106,25 Euro), das „InterContinental“ (124 Euro), das „Marriott“ (135 Euro), das „Bristol Kempinski“ (140 Euro) oder das „Hilton“ (155 Euro) – alle allerdings ohne Frühstück. Im Durchschnitt liegen die Berliner Zimmerpreise im Fünf-Sterne-Hotel bei 128 Euro, im Vier-Sterne-Hotel bei (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 3 | 22. Jahrgang | Herbst 2009
- Der Immobilienmarkt in Berlin
- von Martina Reckermann
Berlin, Hamburg, Frankfurt und München – vier deutsche Metropolen stehen unter den europäischen Top Ten Städten, in denen das Risiko eines Immobiliengeschäftes verhältnismäßig gering ist. Berlin hat im Ranking Boden gut gemacht und steht auch sonst recht solide da.

Foto: www.photocase.com / barczek
Eine Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) hat es an den Tag gebracht: Finanzund Wirtschaftskrise hin oder her, der deutsche Immobilienmarkt ist attraktiv für Investoren. München und Hamburg liegen im europäischen Vergleich ganz oben, doch Berlin konnte seinen neunten Platz verteidigen und sogar Frankfurt auf Rang zehn verdrängen. In der Hauptstadt lässt sich mit Immobilien auch heute noch Geld verdienen. Auf der Immobilienmesse in Cannes warb Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer für den Anlageplatz Berlin. Denn sie glaubt, Immobilien in Berlin bleiben trotz und entgegen der Finanzkrise auch weiterhin als stabile Geldanlage interessant. Im internationalen Vergleich sind sie außerdem günstig. Die Renditechancen hätten sich im Zuge von Finanzkrise und Rezession auch in Deutschland verschlechtert, doch locke auch die Spreemetropole mit überdurchschnittlichen Erträgen bei vergleichsweise niedrigen Risiken. Im Gegensatz zu anderen europäischen Märkten, wie Spanien, Frankreich und England, habe es auch in den Boomjahren in Deutschland keine Übertreibungen gegeben. Kein Wunder also, dass (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 3 | 22. Jahrgang | Herbst 2009
- Die besten China-Restaurants Europas findet man angeblich in London. Doch Berlin holt auf: Reisberge, Schweinefleisch süßsauer und Glutamat-Orgien waren gestern. Wer in der Hauptstadt authentisch chinesisch (oder was der Europäer dafür hält) essen will, hat die Qual der Wahl. TOP-Gastro-Autorin Cecilia Reible hat Hühnerfüße und tausendjährige Eier probiert.
„Kantonstraße“ nennt die Berliner Schnauze die Charlottenburger Kantstraße. Das hat seinen Grund: Entlang der Magistrale hat sich eine große Zahl chinesischer Restaurants und Geschäfte angesiedelt. Die Vorliebe chinesischer Einwanderer für die Kantstraße reicht bis weit in die Vergangenheit zurück: Schon in den 1920er Jahren eröffnete in der Hausnummer 130 b mit dem „Tientsin“ das erste chinesische Restaurant Berlins. Das „Tientsin“ ist längst Geschichte; heute gibt es China-Lokale in jedem Stadtteil. Viele haben sich auf die kulinarischen Vorlieben der Deutschen eingestellt. Doch in Berlins „Chinatown“ gehen auch Chinesen gern essen.

Nicht wegzudenken aus der chinesischen Küche: Der Wok, Foto: © Paul-Georg Meister / pixelio
An der Ecke Schlüterstraße residiert mit dem „Good Friends“ in der Kantstraße 30 (Tel. 313 26 59) der vermutlich dienstälteste authentische Chinese Berlins. Fransenlampen, Tuschezeichnungen und fernöstliche Schnitzereien sucht man dort vergebens. Im Aquarium werden statt Zierfischen Schalentiere gehalten, die im Falle einer Bestellung gebraten auf den Tellern landen. Das mag Zartbesaitete abschrecken, ebenso wie die gerupften Enten, die kopfüber im Schaufenster hängen. Das „Good Friends“ bietet „echte chinesische Hausmannskost“ aus der kantonesischen Küche. Die erste Hälfte der Speisekarte ist ein Zugeständnis an westliche Gaumen. Im zweiten Teil sind die Gerichte mit „C“ wie „chinesisch“ gekennzeichnet, manche sind nicht einmal übersetzt. Mutige haben die Wahl zwischen Tausend-Jahr-Eiern und Qualle, Seetangsuppe mit Fischkopf und Tofu, Seegurken mit Fischbauch oder auch gebratenen Nudeln mit Rinderpansen. Das finden manche „rustikal“, andere haben „fantastisch“ gegessen. Asiatische Gäste tummeln sich in den kargen Räumen jedenfalls reichlich. (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 3 | 22. Jahrgang | Herbst 2009
- Kundalini- und Iyengar-Yoga für einen starken Rücken
- von Gerald Backhaus
Kinder, wie die Zeit vergeht – gerade noch liegt man am Strand und brät in der Sonne, gibt es schon die ersten Spekulatius im Supermarkt. Die Zeit vergeht für viele Menschen schneller als früher. Damit verbunden ist oft das Gefühl von zunehmendem Stress, der eine Reihe von Gesundheitsproblemen verursachen kann. Die reichen – im Extremfall – vom Schlaganfall und Herzinfarkt über so genannte Spannungskopfschmerzen bis hin zu Rückenschmerzen.

Foto: ©Sergej23 / pixelio
„Ich habe Rücken“ klagt nicht nur Filmstar Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling, bald jeder zweite Patient landet beim Orthopäden wegen Schmerzen auf seiner hinteren Körperseite. Sie sind die häufigste Ursache für Krankmeldungen am Arbeitsplatz, so das Statistische Bundesamt. Vor allem Beschwerden mit dem Bewegungsapparat wurden in einer Befragung genannt, wobei Rückenleiden diese „Hitliste“ anführten. Betroffen sind knapp eine Million der Erwerbstätigen in Deutschland, darunter keineswegs nur Arbeiter in Industrie und Landwirtschaft. Auch Führungskräfte und Wissenschaftler gaben sie als häufigstes Gesundheitsproblem an. Gründe für den Ärger mit dem Rücken liegen neben Stress vor allem in der einseitigen körperlichen Belastung. Wer acht Stunden und mehr am Schreibtisch vor dem Computer verbringt und womöglich abends auch noch auf der Couch sitzt und fernsieht, der braucht sich nicht zu wundern, dass sich die unteren Rückenmuskeln verkürzen, dass es im Gebälk ächzt und der Bandscheibenvorfall lauert. Wer sich hingegen ausreichend Ausgleich durch Bewegung schafft (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 3 | 22. Jahrgang | Herbst 2009
- Sterneküche und die unterschiedlichsten kulinarischen Moden aus der Multikulti-Küche in den vergangenen Jahrzehnten haben zwar unseren Gaumen internationalisiert und geschult, aber trotzdem kommt immer wieder der unwiderstehliche Appetit auf „ein so richtig schönes Stück Fleisch auf“ – und das ist in Bezug auf Steak fast immer vom Rind. Wir zeigen Ihnen die „heiße Ware“ an außerordentlich schönen Plätzen.
- von Rose Marie Donhauser
Renaissance für Chateaubriand und Porterhouse (auch T-Bone Steak genannt) – jene Steak-Klassiker, die ihren Namen von Berühmtheiten haben und in „aller Munde sind“: In vielen gehobenen Restaurants bekommen Sie heute hervorragende Steaks von exorbitanter Qualität und kontrollierter Herkunft.

Foto: „Spagos Restaurant, Bar & Lounge“
Argentinisches Rumpsteak und Rinderfilet im Restaurant Spagos im Hotel Park Inn Berlin-Alexanderplatz, Wagyu Beef, Kalbsfilet und EntrĂ©cĂ´te vom US-Rind im Restaurant QuarrĂ© im Hotel Adlon und Bison-Ribeye im Sternerestaurant Vau von Kolja Kleeberg. Steaks im Gourmetrestaurant Lorenz Adlon werden öfter in ein Menü eingebunden. Die Belieferung erfolgt über Rungis oder Firma Lindenberg; bevorzugt wird das US Prime Beef oder das Australische Wagyu Beef sowie EntrecĂ´te. Grundsätzlich kommt das Fleisch schon abgehangen an – dennoch wird es für das Lorenz Adlon in Rindertalg getaucht (Fettschicht) und im Kühlhaus noch weitere 2-4 Wochen nachgereift. Zubereitung: Langsames behutsames Anbraten bei nicht zu großer Hitze, danach im Ofen bei ca. 160° auf einem Gitter weitergaren. Kurz ruhen lassen, zum Schluss in Butter mit Kräutern, etwas Knoblauch, evtl. auch Bauchspeck fertig garen und je nach Fleischart vor dem Gast tranchieren. (weiterlesen…)