Prävention ist Gesetz – aber nicht für alle?
Archiv der Ausgabe 2 | 22. Jahrgang | Sommer 2009
- Zwischen Pokerfloor und Theatersaal: Neue Angebote am Potsdamer Platz
- von Brigitte Menge
Er ist Jurist und heißt Richter. Gemeinsam mit Günter Münstermann lenkt Volker Richter als Geschäftsführer die Geschicke der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz. Wie geht es der Lust am Spiel in Zeiten der Wirtschaftskrise? Wie vertragen sich die neuen gesetzlichen Regelungen zum Glücksspiel mit dem Finanzdurst der öffentlichen Hand? Wir trafen den Juristen zum Interview.
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Herr Richter, zu Beginn des Jahres 2008 übernahmen Sie gemeinsam mit Günter Münstermann die Leitung der Spielbank am Potsdamer Platz. Somit sind Sie nun seit 500 Tagen „im Amt“. Welche Bilanz ziehen Sie?
500 Tage sind heute eine lange Zeit und in einer solchen Zeitspanne passiert vieles, sowohl Positives wie Negatives. Wenn man Ihre Frage aber dahingehend versteht, ob es mir noch Spaß macht und ich mich in der Spielbank und in Berlin wohlfühle, so kann ich diese Frage klar und eindeutig mit ja beantworten. Sicherlich gab und gibt es etliche Probleme, die mir einiges Kopfzerbrechen bereitet haben und auch noch bereiten, und sicherlich hätte ich dieses oder jenes gerne schneller geändert und vorangetrieben, als dieses möglich war und ist, aber das ist eigentlich alltäglich für eine leitende Position, damit muss man leben können. Viel entscheidender ist für mich, dass die Aufgabenstellungen vielfältig und anspruchsvoll sind und dass ich mich als Person mit meinen Eigenschaften, Qualifikationen und Erfahrungen möglichst weit einbringen kann. Das war der Fall und ist es noch immer. Allerdings ist das Kennenlernen von Berlin nicht so vorangekommen, wie ich es mir vorgenommen hatte, weil immer andere Dinge vorgingen. Das sollte sich hoffentlich ändern.
Was waren die bestimmenden Ereignisse dieser 500 Tage Berlin?
Aus Spielbanksicht waren das ohne Zweifel die Einführung des Glücksspielstaatsvertrages mit der vollständigen Personenkontrolle in der Spielbank und den Einschränkungen unserer Werbemöglichkeiten sowie das Rauchverbot in unseren Räumen. Das hat uns viele Gäste gekostet und konsequenterweise auch wirtschaftliche spürbare Folgen gehabt. Zwar ist das der ganzen Branche so gegangen, (weiterlesen…)





