High End: Geräte ohne Verfallsdatum!
Archiv der Ausgabe 4 | 20. Jahrgang | Winter 2007
- HiFi-Anlagen vom Feinsten − Musikhören wird zum Klangerlebnis
Es ist Sonnabend und ich treffe meine Freundin Monika aus Zehlendorf mal wieder im Berliner Westen zu „Shop ’til drop“, was soviel bedeutet wie Einkaufen bis zum Umfallen oder so lange, bis die Kreditkarte glüht. Nach Prosecco und Häppchen in der Feinkostabteilung des KaDeWe − unserem Ritual − geht es dieses Mal zum Stilwerk in die Kantstraße. Moni begeistert sich schließlich genauso wie ich für schöne und wertvolle Dinge.
Es ist ein Privileg, Musik zu Hause so zu hören wie in den besten Konzerthäusern.“ (Max Schlundt)
Das wohl aufwändigste, innovativste und beste Lautsprechersystem der Welt, das Olympus Sound System (OSS) von „Adam Audio“ aus BerlinSeit seiner Eröffnung 1999 hat sich das Stilwerk an der Stelle, wo früher die Dresdner Bank residierte, zu einer Top-Adresse für Designlieb haber wie uns entwickelt. Äußerlich und innerlich. Und diese reizvolle Hülle ist ausgefüllt mit jeder Menge ästhetischer Dinge, die es hier zu besichtigen gibt, anzufassen und … zu hören!
Schon als wir die heiligen Hallen betreten, vernehmen wir angenehme Töne. Da werden die Bechstein-Flügel gestimmt, erfahren wir, als wir den Klängen folgen, die durch das Gebäude schweben, und im dritten Stock bei Max Schlundt landen. In seinem Laden „Kultur Technik“ geht es, so das Credo des 52-Jährigen, „nur um eine Musikanlage, und zwar um Ihre!“ Moni liest den Begriff „High End“ und fragt, was das eigentlich bedeutet. Max Schlundt bietet uns einen Espresso an und meint, wir sollen uns einfach mal in seinen neuen Vorführraum von 140 Quadratmetern setzen, die Augen schließen und hören, um zu verstehen, was dieser Begriff meint.
Nur schwer lässt sich beschreiben, was dann geschieht: Ob er die Philharmoniker unter Karajan einlegt, eine Strawinski-Interpretation von Bernstein oder mittelalterliche Musik, wir sind jedes Mal überrascht von der besonderen Reinheit und Intensität der Töne. Es ist so, als ob wir direkt im Konzertsaal oder in der Kirche säßen.
Max Schlundt hat 20 Jahre HiFi-Erfahrung, mit der er dem passionierten Musikhörer zur Seite steht, wenn dieser sich eine Anlage aussuchen möchte. HiFi ist die Abkürzung von High Fidelity, was für hohe Klangtreue steht und ein Qualitätsstandard für Audio-Wiedergabegeräte ist. Fünfstellige Eurobeträge für einzelne Komponenten einer HiFi-Anlage sind keine Seltenheit. Für diesen Bereich hat sich der Begriff „High End“ etabliert. Bereits 1982 gab es die erste „High End“-Ausstellung in Düsseldorf. Der Grund: Kleinere Anbieter von hochwertigen HiFi-Komponenten waren unzufrieden mit den damaligen Messeangeboten. Sie gründeten die „High End Society“, einen Interessenverband für hochwertige Unterhaltungselektronik, mit dem Ziel, dem qualitativen HiFi-Gedanken ein Forum zu bieten. Die heutige Mitgliederliste − von „A Capella“ über Burmester und Pioneer bis „Wire World“ − liest sich wie ein „Who is who“ der Markenhersteller.
„Gelber Halbkreis“ Meridian / Ferrari F80. Kompaktes Mediencenter mit CD / DVD / Radio / 2.1 Lautsprechersystem„Das Durchschnittliche gibt der Welt zwar ihren Bestand, das Außergewöhnliche aber verleiht ihr ihren Wert“, so Branko Glisovic, Geschäftsführer der High End Society. Etwa zwei Drittel der deutschen Haushalte besitzen eine Stereoanlage, so das Statistische Bundesamt. Das sind über 30 Millionen Geräte. Während der HiFi-Bereich im letzten Jahr insgesamt Umsatzeinbußen hinnehmen musste, ist das hochpreisige Segment relativ stabil. Etwa 10 Händler bieten allein in Berlin Anlagen vom Feinsten an. In welcher Preislage aber der High-End-Bereich beginnt, das kann selbst der Branchenverband nicht benennen, da der Übergang von einer „normalen“ HiFi-Anlage zu einer „High-End-Anlage“ fließend ist und vom Kunden selbst bestimmt wird. Für den einen ist mit einer zusammengesparten Anlage für 2.000 Euro schon das Ende der Fahnenstange erreicht, so Renate Paxa von der High-End-Society, bei anderen Musikliebhabern geht es in dieser Preislage erst los.
Seit mehr als 30 Jahren steht der Name „Transrotor“ für perfekte Qualität. Hier das Modell ZET 1Für Max Schlundt ist die Technik bei allem Fortschritt aber immer Dienerin der Kultur, der Musik geblieben. „High End“ bedeutet für ihn, dass ein Gerät, das man bei ihm kaufen kann, auch 2020 noch aktuell ist, dass es hervorragend verarbeitet ist und „kein Verfallsdatum hat!“ Er ist bei seiner Beratung „möglicherweise nicht immer objektiv, aber bestimmt immer ehrlich.“ Eine Meisterwerkstatt, ein Diplom-Ingenieur und ein Lautsprecherspezialist runden den Service von „Kultur Technik“ ab. Das garantiert Rettung auch in schwierigen Fällen, wenn man beispielsweise ein altes Gerät reparieren möchte.
Und die Musik selbst − das Wesentliche, um das sich bei High End alles dreht − kommt bei Max Schlundt natürlich nicht zu kurz. Er empfiehlt uns CDs und Schallplatten wie die des italienischen Sängers Fabrizio de Andre, der ihm sehr am Herzen liegt. Aus einer Fortsetzung unseres Einkaufsbummels wird vorerst nichts. Die Stimme des Genuesen im Ohr, wollen wir uns gar nicht wieder herausbewegen aus dem musikalischen „Reich der Sinne“. gb
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2007
Foto: DB AG/Schmid
Tanz der Vampire; Foto: Stage Entertainment
Blue Man Group; Foto: Stage Entertainment

Claudia Mehrl, Michael Lindner und Tim Raue
Die Berliner Meisterköche 2007: Olaf Rode (Berliner Maître 2007, „Hugos“, Hotel InterContinental Berlin), Stefan Hartmann (Aufsteiger des Jahres 2007, „Hartmanns Restaurant), Bobby Bräuer (Berliner Meisterkoch 2007, „Die Quadriga“, Brandenburger Hof Berlin), Alexander Dressel (Brandenburger Meisterkoch 2007, „Friedrich Wilhelm“, Relais & Châteaux Hotel Bayrisches Haus, Potsdam) und Arno Steguweit (Berliner Sommelier 2007, „Fischers Fritz“, The Regent Berlin)