Archiv der Ausgabe 2 | 20. Jahrgang | Sommer 2007
Berlin-News
► Knut tut gut. Dem Berliner Zoo hat der inzwischen gar nicht mehr so kleine Eisbär ein siebenstelliges Einnahmeplus allein bei den Ticketverkäufen beschert. Dazu kommen die Einnahmen aus Lizenzverträgen und Werbeartikeln. Doch Knut bringt nicht nur Geld, man kann auch mit ihm bezahlen, zumindest symbolisch. Die Berliner Volksbank hat gemeinsam mit den Berliner Zoos eine „tierische Partnerschaft“ geschlossen und individuell gestaltete BankCards mit Motiven aus Zoo, Tierpark und Aquarium herausgebracht. Volksbank-Kunden können unter neun Motiven wählen, darunter Panda, Tiger oder Clownsfisch. Wie das Geldinstitut mitteilte, läuft allerdings die Knut-Card, wen wundert’s, derzeit am besten. Inhaber der tierischen EC-Karten erhalten zudem zehn Prozent Rabatt auf die Eintrittspreise und alle eigenen Produkte des Hauptstadt-Zoos. Beide Traditionsunternehmen verbindet außerdem eine über hundertjährige Geschichte.
► Das hundertjährige Bestehen können in diesem Jahr gleich mehrere Berliner Einrichtungen feiern. Das KaDeWe, das Hotel Adlon, das Strandbad Wannsee und die Berliner Theaterkunst GmbH blicken auf ein Jahrhundert Tradition und bewegte Geschichte zurück. Im Adlon-Jubiläumsjahr wird zugleich das millionste Glas Champagner ausgeschenkt. Derjenige, der es bestellt, kann sich über ein edles Perlencollier freuen, gestiftet vom im Hotel ansässigen Juwelier Georg Leicht. Das Strandbad Wannsee feierte den Hundertsten mit großer Party, einem Theater-Festival und der Austragung der Beach-Basketball Masters.

Hermann Parzinger
► Für Hermann Parzinger sind hundert Jahre eine eher kurze Zeitspanne. Der Berliner Archäologe wurde Ende April als Nachfolger von Klaus-Dieter Lehmann zum künftigen Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz berufen. Derzeit leitet Parzinger, der zehn Sprachen spricht, noch in gleicher Funktion das Deutsche Archäologische Institut. Im März 2008 wird der gebürtige Münchner sein Amt antreten. Weltweit bekannt wurde Parzinger durch die Entdeckung eines Fürstengrabes in der Mongolei mit Tausenden von Goldobjekten aus der skythischen Epoche.
► Sein 40-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr das Brücke-Museum. Karl Schmidt-Rottluff, Mitbegründer der Künstlervereinigung „Die Brücke“, hatte an seinem 80. Geburtstag im Jahre 1964 dem Land Berlin 74 Bilder aus seinem Schaffen geschenkt. Damit legte er den Grundstock für das spätere Brücke-Museum. Aus Anlass des Jubiläums zeigt das Kunstforum der Berliner Volksbank noch bis 5. August eine Ausstellung mit ca. 100 Werken Schmidt-Rottluffs. Zu sehen sind frühe Arbeiten, weltberühmte Gemälde aus der „Brücke-Epoche“ sowie Spätwerke. Hingehen!

Ben Glaetzer
► Der Australier Ben Glaetzer ist gerade mal dreißig Jahre jung und mit seiner Firma Heartland Wines schon einer der Großen im Weingeschäft. Weinpapst Robert M. Parker ist des Lobes voll über den jungen Winzer mit brandenburgischen Wurzeln und beschreibt die Heartland-Weine als „einige der eigenständigsten und komplexesten Weine Australiens“. Wie recht Parker hat, davon konnten sich die Gäste Mitte Mai im Restaurant Berlin-St. Moritz überzeugen. Inhaber Anton Stefanov und Küchenchef Patrick Bolte hatten ein Sechs-Gang-Menü zusammengestellt, das mit den eleganten Weinen vortrefflich harmonierte. Ben Glaetzer war ebenfalls eingeflogen, um persönlich die Werbetrommel für seine Spitzenweine zu rühren.
► Bestimmt hätte es Glaetzer auch im „first floor“ gefallen. Der neue Maître Jerk Riese und Küchenchef Matthias Buchholz haben sich vorgenommen, mit frischen Ideen, behutsamem Umbau und neuer Tafel- und Servicekultur den Ruf der erstklassigen Gourmetadresse weiter auszubauen und auch für ein Publikum um die 30 noch attraktiver zu machen. Riese will mit einer neuen Wasserkarte Maßstäbe setzen. Mit 34 Wässern handelt es sich um die wohl umfangreichste Wasserkarte eines Berliner Spitzenrestaurants. Bereits im April wurde das „first floor“ zum Nichtraucherrestaurant.
► Wer wird Berliner Meisterkoch 2007? Nominiert sind 35 Kandidaten aus Berlin und Brandenburg, darunter die „üblichen Verdächtigen“ aus den Spitzenrestaurants und einige Newcomer wie Stefan Hartmann von „Hartmanns Restaurant“. Die Entscheidung fällt im August. Mit der Journalistin und Kochbuchautorin Rose Marie Donhauser, Elisabetta Gaddoni von Radio Multikulti und Eva-Maria Hilker (Tipp Berlin) erhalten die bisher deutlich unterrepräsentierten Frauen in der Jury, Marion Hughes (Berliner Zeitung) und Renate Peiler („essen und trinken“), sachkundige Verstärkung. Den Jury-Vorsitz hat weiterhin Prof. Dr. Dieter Großklaus von der „Chaîne des Rôtisseurs“ inne.
► Kochkurse in Spitzenrestaurants sind ein Dauerbrenner. In den meist schnell ausgebuchten Kursen können ambitionierte Hobbyköche den Profis auf die Finger schauen. Bisher relativ ungewöhnlich sind dagegen Schulungen für Kaffeeliebhaber. Die Berlin School of Coffee hat Anfang Mai neue Räume in der Uhlandstraße gleich neben der Berliner Kaffeerösterei eröffnet. Die Lehrgänge richten sich in erster Linie an Baristi aus Coffee-Shops, Szenerestaurants und Hotelgastronomie. Doch auch Privatleute, die zu Hause ihren Cappuccino kompetent zubereiten möchten, finden dort den richtigen Kurs (www.berlinschoolofcoffee.de).

The Westin Grand Berlin
► Ab sofort heißt es im The Westin Grand Berlin an der Friedrichstraße wieder „Barbecue im Westin Garten“. Jeden Samstag ab 17 Uhr locken zahlreiche Grillspezialitäten in den Innenhof des Hotels mit seinem idyllischen Garten. Zartes Fleisch und frischer Fisch werden über Lavastein gegart, dazu gibt es italienische Antipasti, viele Salate und ein Dessertbuffet. Kostenpunkt: 34 Euro pro Person inkl. einem Glas Erdbeerbowle, Kinder zwischen 6 und 12 Jahren zahlen 17 Euro.
► Holger Zurbrüggen ausgezeichnet. Der Chef des Restaurants Balthazar am Kurfürstendamm 160, das kürzlich sein einjähriges Bestehen feierte, konnte sich mit seinem Team über den Grenander Award für den besten Service in der Berliner Gastronomie freuen. Zurbrüggen gab das Lob an seine Mitarbeiter weiter: „Unsere Küche wurde bereits öfter ausgezeichnet und gelobt – dabei kommen die Servicemitarbeiter manchmal ein bisschen zu kurz. Deshalb ist das nicht mein Preis, sondern der aller Mitarbeiter!“

Vanessa Kullmann
► Erfolg – wie geht das nur?, fragt man sich manchmal. Antworten gibt Vanessa Kullmann in ihrem Buch „Keine große Sache“, das Mitte Mai erschienen ist. Am Beispiel der Erfolgsgeschichte ihrer BALZAC COFFEE Company, für die sie im letzten Jahr die Auszeichnung „Unternehmerin des Jahres 2006“ erhielt, beweist Kullmann, dass es vor allem auf Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und den leidenschaftlichen Glauben an die eigene Sache ankommt. Praktische Erfahrungen oder ein riesiges Startkapital sind zweitrangig.
► An den Erfolg glaubten auch die Macher des 1. Mobile Film Festivals in Deutschland: In nur wenigen Monaten exportierte die Wahl-Berlinerin und Deutsch-Französin Isabelle Azoulay das Festival von Paris nach Berlin. Die Preisverleihung in der Volksbühne Ende Mai erinnerte tatsächlich an die Galas der großen internationalen Filmfestivals. Und das, obwohl die mit der Handykamera gedrehten Filme jeweils eine Länge von maximal einer Minute hatten. Gewinnerin Antje Brahmeyer, die in ihrem Film einen Zaubertrick mit Würfeln vorführt, war völlig überrascht („Mir wird schlecht!“), als sie von Jurymitglied Charlotte Roche ausgezeichnet und mit einem Handkuss geehrt wurde. Berlin-Mitte hat damit eine neue Filmmeile, die „Rosa-Luxemburg-Straße“, in die sich übrigens auch das Festivalhotel „Lux 11“ einfügt.

Anna Netrebko und Ronald Sedlatzek
► Blitzlichtgewitter in der Chopard Boutique am Kurfürstendamm. Starsopranistin Anna Netrebko stattete während ihres Berlin-Aufenthalts dem luxuriösen Juweliergeschäft einen Besuch ab. Vor internationalen Gästen präsentierten Models erlesene Einzelstücke der Haute Joaillerie. Manager Ronald Sedlatzek freute sich sehr und bezeichnete die Operndiva als Schutzengel. Schon zur Eröffnung hatte Chopard-Botschafterin Netrebko die Boutique beehrt, und, so Sedlatzek, die Geschäfte laufen glänzend.
► Während man schönen Schmuck stolz zur Schau trägt, bleiben Dessous meist unsichtbar. Im Fall der exklusiven Kollektion von Marlies Dekkers ist das richtig bedauerlich. Denn die innovativen Dessous gleichen eher Körperschmuck als Unterwäsche. Die erotischen Teile glänzen durch höchste Qualität und perfekte Passform von Körbchengröße A bis F. Präsentiert wurden die Dessous (viermal im Jahr gibt es eine neue Kollektion) anlässlich einer Ladies Night Ende März bei Lady M. in der Westfälischen Straße. Für die musikalische Begleitung sorgte Pianist Carsten Lindner mit Sängerin Didi.

„Wenn Pinguine frieren“
► „Wenn Pinguine frieren“, so hieß eine besondere Benefiz-Gala Mitte Mai im Friedrichstadt-Palast. Das Kinderensemble des Theaters hatte die Show zu Gunsten von Kindern, die an seltenen Krankheiten leiden, auf die Beine gestellt. In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen betroffen, die an einer von ungefähr 5 000 seltenen Krankheiten leiden. Der Verein ACHSE e. V. setzt sich für die Behandlung dieser Krankheiten ein. Die Schirmherrschaft hat Eva Luise Köhler, Gattin des Bundespräsidenten.
► Die Zeit der Sommerfeste hat wieder begonnen. Kroymans Berlin hatte bei seiner Sommerfest-Premiere Mitte Juni anlässlich der Präsentation des neuen Ford Mondeo ein Programm mit Gänsehaut-Faktor aufgelegt: Die weltbekannten Hochseilartisten der Johann-Traber-Familie traten an allen drei Kroymans-Standorten mit ihren spektakulären Shows auf. Für Nervenkitzel sorgten Motorrad-Stunts auf einem Drahtseil in mehr als 50 Metern Höhe. Geschäftsführer Matthias Wayllant: „Wir bieten unseren Gästen getreu dem Motto ‚Kroymans – more than cars’ immer etwas Besonderes.“

Berlin Capital Club
► Etwas Besonderes bot auch der Berlin Capital Club Anfang Juni seinen Mitgliedern. Über 80 Gäste genossen an festlich – mit KPM der Serie Urania – gedeckten Tischen ein herausragendes Menü von Küchenchef Jens Wegner. Bei marinierten Scheiben vom Almochsen mit Rucola und altem Parmesan, Gurkensüppchen, Tranche vom K alb srücke n un d Rotweinbutter und einer Abrundung mit Erdbeer-Tiramisu erläuterte Jörg Woltmann, was ihn bewogen hatte, die KPM zu übernehmen. Seit er an der Spitze steht, schreibt das Unternehmen nur noch positive Schlagzeilen: von der neuesten kleinen Attraktion, dem „Knut“, bis zum G8-Gipfel, bei dem die Staatsgäste vom feinen KPM-Service Kurland speisten.
►Die Vorbereitungen für die Ballsaison 2007/08 laufen auf Hochtouren. Der Presseball Berlin wird in diesem Jahr im Maritim Hotel in der Stauffenbergstraße stattfinden. Termin ist am 12. Januar 2008 unter dem Motto: „Shalom Israel“. Mit positiver und aktiver Unterstützung der Israelischen Botschaft und vieler Sponsoren wird der Presseball Berlin erstmals unter neuer Leitung und veränderten Besitzverhältnissen von den Unternehmern Andreas Dorfmann, Thomas Flemming und Ralf Dieter Mehlmann organisiert.

Asien-Pazifik-Wochen
► In diesem Herbst wird Berlin wieder zu einem „Tor nach Asien“. Vom 10. bis 23. September feiern die Asien-Pazifik-Wochen (APW) ihr 10-jähriges Bestehen. Auf dem Programm: Die „Urban Sustainability Conference“, bei der es um Themen der Nachhaltigkeit in urbaner Infrastruktur geht. Im Kulturprogramm stehen Städte und urbanes Leben im Mittelpunkt der Ausstellung „Hyper Cities / Über Städte“. Zwölf Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Japan, China und Korea zeigen Großstadtlandschaften in Fotografien, Videoarbeiten und Skulpturen. Die Schau „Coming Closer! Bangkok – Berlin – Stuttgart – Art Exhibition 2007“ zeigt Metropolenkunst aus Deutschland und Südostasien (www.APWberlin.de).
► Ob die zahlreichen Besucher der Asien-Pazifik-Wochen alle im Hotel absteigen wollen? Gäste, die sich in den eigenen vier Wänden wohler fühlen, aber dennoch nicht auf Service verzichten wollen, sind mit einer Wohnung auf Zeit gut bedient. CentralHome, eine Marke der ARWOBAU, vermietet möblierte Apartments mit umfangreichem Wohnservice in allen Stadtteilen (www.central-home.de). Neben „hotelmüden“ Geschäftsleuten sind auch Neuberliner angesprochen, die in Ruhe eine Wohnung suchen wollen. So verfügt beispielsweise das Apartmenthaus „Breite Straße“ in Wilmersdorf über geräumige Ein-Zimmer-Apartments, die vom Fernseher bis zum Geschirrspüler komplett ausgestattet sind. Serviceleistungen wie Apartmentreinigung, Wäschewechsel und Garagen-Stellplatz können dazugebucht werden.
► Neuansiedlungen aller Art beweisen es: Berlin ist im globalen Maßstab ein akzeptabler Unternehmensstandort, wenn auch verbesserte Rahmenbedingungen die Attraktivität steigern würden. So lautete das Fazit eines Unternehmerforums Anfang Mai im Heizkraftwerk Moabit. Eingeladen hatte das Berliner Traditionsunternehmen Collonil gemeinsam mit dem Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.. Die Podiumsrunde, hochkarätig besetzt mit Prof. Manfred Hennecke, Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung, Frank Becker, Geschäftsführender Gesellschafter Collonil, Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Neukölln, und Dr. Andreas Eckert, Geschäftsführer Eckert & Ziegler, war sich am Ende einig: Um im internationalen Vergleich gut aufgestellt zu sein, muss vor allem das Innovationsklima verbessert werden. Als Hemmschuh wurde mehrfach die risikoscheuende Förderund Genehmigungspolitik der Behörden kritisiert.
► Das bestätigt auch das Ende Mai veröffentlichte Ranking des Berliner Instituts für Sozialökonomische Strukturanalysen. Danach steht die Hauptstadt zwar insgesamt auf Platz eins unter 15 Bundesländern, was vor allem der Attraktivität des Arbeitskräftepotenzials, der Forschung und Verkehrsanbindung zu verdanken ist. Schlechte Noten erhielt Berlin allerdings im Bereich der kommunalen Steuern und in Fragen der Zusammenarbeit mit den Behörden.

Klaus Hokamp
► Klaus Hokamp hat trotzdem Mut zum Risiko bewiesen. Der gelernte Tischler und Inhaber einer Möbelagentur eröffnete vor einem Jahr seinen Showroom in der Tieckstraße, in dem er unter dem Motto „Bezahlbarer Luxus – made in Germany“ seine Kollektion ausstellt. Eines der Glanzstücke: der Sessel „Egoist“. Das zeitlos moderne Stück ist bequem wie Opas Ohrensessel, aber gleichzeitig kompromisslos klar im Design. Trotz der großzügigen Maße wirkt der Sessel (zu haben in zahlreichen Stoff- und Ledervarianten ab 1 335 Euro) nicht massig. Für noch mehr Sitzkomfort bietet sich der passende Hocker an.
► Bürokratische Hemmnisse hin oder her – der Aufschwung hat Berlin und Brandenburg erreicht, wenn auch in abgeschwächter Form. Dieses Fazit zog die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. auf ihrer Jahrespressekonferenz.