Archiv der Ausgabe 2 | 20. Jahrgang | Sommer 2007
Entdeckungen auf dem afrikanischen Hochland

Gewaltige Naturschönheit – die Wasserfälle des blauen Nils Tis Issat im Norden von Äthiopien; Foto: Jörg Ehrlich
Das Land am Horn von Afrika ist anders als alle anderen Länder auf dem schwarzen Kontinent. Es wurde seit dem 4. Jahrhundert vom Christentum geprägt, Ägypter und Perser hinterließen ihre Spuren. Lange Zeit hielt sich das Vorurteil, dass Äthiopien kein Land für Touristen sei. Schreckensbilder von Dürrekatastrophen prägten das Image des Landes. Jetzt entdecken es immer mehr westliche Besucher als faszinierendes Reiseland mit Relikten einer afrikanischen Hochkultur. Äthiopien ist ein Land mit verschiedenen Ethnien, die nur noch hier zu finden sind. Die meisten Reiserouten gehen von der Hauptstadt im Hochland in verschiedene Landesteile, meist verbunden mit dem Besuch der Naturvölker mit ihrem ausgefallenen Körperschmuck und den herrlichen Haartrachten. Im Jahr 2007 sind einige neue Hotels fertiggestellt worden wie das Swaynes Hotel Arba Minch und die Wenny Ecolodge in Langano. In Addis Abeba und vielen Orten sind Hotels im Bau. Addis Abeba ist die Metropole des Nachtlebens in Nordostafrika mit Reggae, Jazz, Pop, Blues und Diskosounds. Beim Dresdner Reiseveranstalter Diamir 22 Tage Natur- und Kulturrundreise in einer Reisegruppe von 8-12 Personen, in den Monaten Juni, September und Oktober pro Person 3 190 Euro, die Reise kann auch verkürzt 12 und 15 Tage gebucht werden. www.diamir.de
Viertausender für jedermann
In den letzten zwei Jahren hat in den Bergwelten der Sturm auf die Gipfel zugenommen und ist zum Reisetrend avanciert. Einmal im Leben auf einem Viertausender stehen! Dieser Wunsch ist für viele erfüllbar, die Freude am Wandern haben und ein bisschen Mut mitbringen. Im Schweizer Wallis ist die Besteigung des Allalinhorns (4 027 Meter) besonders beliebt. Die Annäherung an den Gipfel vollzieht sich recht bequem über Gondeln und Seilbahn vom Gletscherdorf Saas Fee aus. Auf der Bergstation (3 500 Meter) lotsen ambitionierte Bergführer direkt vom berühmten Drehrestaurant Kletterer fast jeden Alters zum Gipfel. Nur zwei Stunden dauert der Aufstieg über Schneefelder, kleine Felsspalten und Gletschereis. Gut angeseilt und mit Steigeisen ausgerüstet verspricht die Kletterpartie richtig Spaß. Zur Belohnung warten dann auf dem Gipfel insgesamt 15 (!) Viertausender auf Augenhöhe, vom Mont Blanc übers Matterhorn bis zum Piz Bernina. Abends sitzen die „Halbtags-Bergsteiger“ wieder in der Hotelbar. Wer die Franken für die Hotels sparen will, kann im Gletscherdorf auch eine der vielen Ferienwohnungen buchen. www.myswitzerland.com www.saas-fee.ch
Urlaub in schwimmender Ferienwohnung

Platz wie auf einer Yacht im Seemobil; Foto: Carsten Gosch
Theodor Fontane hat bei seinen “Wanderungen durch die Mark auch gern den Weg übers Wasser genommen. Im Abendlicht ruderte er, so heißt es, auf den See hinaus, um das romantische Schloss Rheinsberg zu betrachten. Fontane hätte sicher ebenso seine Freude an dem Seemobil gehabt, das zur diesjährigen Feriensaison im brandenburgischen Ziegeleipark Mildenberg, nahe Fürstenberg, an den Start geht. Die schwimmenden Ferienhäuser, die es in zehn und zwölf Metern Länge gibt, sind mit zwei elektrisch betriebenen Schiffsmotoren ausgestattet. Sie ermöglichen über Stunden ein fast lautloses Gleiten und lassen sich leicht manövrieren. Zur Ausstattung gehören ein Salon, zwei separate Schlafkojen, ein Bad, das gleichzeitig als Dampfsauna genutzt werden kann, und eine Veranda inklusive klappbarem Ausleger direkt ins Wasser. Natürlich darf das Sonnendeck mit Sonnensegel nicht fehlen. Pro Person und Tag kostet die Miete des Seemobils 40 Euro, bei Bedarf lassen sich die Schiffe auch miteinander koppeln. Übrigens können sie das ganze Jahr gechartert werden, ab Herbst mit einem Kamin an Bord. Wer schon immer eine schwimmende Ferienwohnung besitzen wollte, kann sie hier bauen lassen und ab 160 000 Euro haben. www.seemobil-brandenburg.de
Annäherung an einen Ozeanriesen

Die bezaubernde Queen Mary 2 nachts im Hamburger Hafen; Foto: Hamburg Tourismus GmbH
Der Hamburger Hafen ist seit jeher eine noble Adresse für Traumschiffe aus aller Welt, die bis zu einer halben Million Besucher anziehen. Das schaffte die Queen Mary 2, die Königin der Meere spielend. Der stolze Luxusliner schlägt regelmäßig die Brücke über den Atlantik und macht nun im vierten Jahr Stopp in Hamburg. In dieser Saison geht sie zweimal (23.8.und 26.9.) im Elbhafen vor Anker. Alle wollen es wieder sehen, das größte, längste und teuerste Kreuzfahrtschiff. Hamburg Travel bietet Pauschalreisen mit zwei Hotelübernachtungen und einer Fototour zur Queen Mary 2 im Rahmen einer Hafenrundfahrt ab 162 Euro bzw. 207 Euro. Auch Begleit- und Barkassenfahrten werden angeboten. Wer dieses Spektakel verpasst, hat noch eine Chance. Im Dezember geht das jüngste Schwesternschiff der Queen Mary 2, die kleinere Queen Victoria, auf Jungfernfahrt. Am 18. Dezember gibt es einen königlichen Empfang im Hamburger Hafen. www.hamburg-tourismus.de
Schatzsuche in Kärnten
Für Liebespaare, die sich verwöhnen lassen oder auch nur ganz besondere Augenblicke erleben wollen, gibt es die perfekte Kulisse im Millstätter See in Kärnten. Vor drei Jahren setzte das Familienhotel Koller ein kleines Floß mitten in den See und serviert seitdem hier am weiß gedeckten Tisch mit Kerzen zum Sonnenuntergang ein romantisches „Dinner for 2“. Mittlerweile ist der Platz für ein ungewöhnliches Rendezvous bei Urlaubern wie Einheimischen heiß begehrt. Denn hier auf dem See kann man am besten zu zweit die Sonne hinter den Gipfeln der Nationalparks Nockberge und Hohen Tauern untergehen sehen, das südliche Flair mit allen Poren einatmen und den Rest der Welt hinter sich lassen. Der Millstätter See kann dank seiner Lage, übrigens nur eine Autostunde von Venedig entfernt, mit fast mediterranem Klima aufwarten und seine zwei kleinen Orte Millstatt und Spittal überraschen mit schönen Renaissancebauten. Wanderungen in die Berge können zu einer spannenden Schatzsuche werden, denn mit ein wenig Mühe sind die roten Steine, der Granat, zu finden. Sie gelten bei den Einheimischen als „Steine der Liebe“ und sollen Erfolg und Lebensmut fördern.
Wem die Berührung mit Wasser und Bergen nicht ausreicht, kann sich auf den Gipfelweg des Mirnock begeben. Hier trifft der Wanderer auf Kreuzpunkte von bedeutenden Energielinien, die mystisch-mythisch die Kraft des Berges speisen und dann besonders wirken, wenn man fest daran glaubt. Romantik-Package für 3 Übernachtungen in Kollers Hotel inklusive einem „Dinner for 2“ im Millstätter See 390 Euro pro Person. www.millstaettersee.at; www.kollers.at
Wanderkreuz in Franken eröffnet

Foto: Frankenwald-Tourismus
Die Saison 2007 ist ein Jahr vieler Jubiläen im Naturpark Frankenwald. 175 Jahre Bad Steben und bayrisches Staatsbad, Geburtstag feiert ebenfalls die Bier- und Burgenstraße, die über 500 Kilometer vom Kyffhäuser in Thüringen bis nach Passau führt. Es lohnt auch ein Besuch der ältesten königlich privilegierten Porzellanfabrik Bayerns in Tettau, die mit Künstlereditionen von Hundertwasser und Picasso viele Besucher anzieht. Höhepunkt für Wanderer ist die Eröffnung des Fränkischen Gebirgsweges am 22. September dieses Jahres. Er führt mit umfangreicher Beschilderung im östlichen Zipfel des Frankenwaldes mit Naturerlebnisse pur auf neuen Wanderwegen im Frankenwald wechselnden Landschaftsbildern bis Müncheberg. Dort verläuft er dann auf weiteren 400 Kilometern durch das Fichtelgebirge, den Steinwald und die Fränkische Schweiz bis Schnaittach, wo er in den Frankenweg mündet. Den Wanderer erwarten idyllische Tallandschaften und herrliche Ausblicke auf das Saaletal. Übrigens führt der berühmteste Wanderweg, der Rennsteig, auch auf 13 Kilometern durch den Bayrischen Frankenwald. Hier im ehemaligen Gebiet der innerdeutschen Grenze sind noch alte Grenzsteine aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zu bestaunen. www.frankenwald-tourismus.de rk