Ausgehen mit Stil
Archiv der Ausgabe 4 | 19. Jahrgang | Winter 2006
- Eine gastronomische Rundreise
Samstag früh, 2 Uhr morgens. Die ersten Schüler verirren sich in den Club in der Pariser Straße. Lange haben sie gewartet, um in diesen Partyabend zu starten, der eigentlich ein grauer Partymorgen ist und bis nach Sonnenaufgang dauern soll. Die Schlange vor dem Club ist immer noch lang, schon aus Prinzip, der Service ist schlecht, und trotzdem sind die Preise hoch. Wären sie doch nur 15 Jahre älter. Dann zählten sie über 30 Jahre und hätten eine ganz andere Vorstellung vom Leben, würden andere Clubs und Restaurants bevorzugen und auf andere Qualitätsmerkmale achten. Sie würden überhaupt auf Qualität achten, darauf, dass sie in ihrer kostbaren Freizeit einen freundlichen Service erleben dürfen, ein schönes, angenehmes Ambiente, und darauf, dass die Cocktails lecker sind und die Speisen schmecken.
Eine Stadt wie Berlin bietet wegen ihrer Größe und Vielfalt alles, was das Herz begehrt. Man muss es nur finden – was entweder eine große Portion Mut voraussetzt oder aber einen kundigen Führer. Oft sind es ja die traditionellen Anlaufpunkte, die es schaffen, viele
Jahre oder Jahrzehnte lang konstant gute Qualität und Freundlichkeit zu liefern.
Amerikanisches Lebensgefühl
WeihenstephanerZu diesen schon fast legendären Adressen zählt bei Berlinern und Gästen gleichermaßen das Okeh in der Pariser Straße unweit des Olivaer Platzes. Wenn es einen Ort gibt, an dem das US-amerikanische Lebensgefühl auf den Kontinent schwappte, dann muss die Welle genau dort das erste Mal den Boden Europas berührt haben. Liebevolle Details der berühmten 30s, Stilzitate aus der Ära des Rock’n’Roll und viele historische bunte Werbetafeln aus Holz oder Emaille an den Wänden prägen das Bild dieses Restaurants. Walter Wehofer und Nancy Sellenthin bieten im Okeh seit 1991 sowohl innen als auch außen besten und freundlichsten Service und tolles, südamerikanisch-mexikanisches Essen zu unschlagbar günstigen Preisen. Hier gibt es übrigens die besten Nachos der Stadt. Unter den Spezialitäten auf der Wochenkarte finden sich geschmacklich sehr überzeugende asiatische Gerichte, aber auch westliche Ereignisse wie Weihnachten und Oktoberfest finden treffsicher ihren Niederschlag im Speisenangebot. Dazu noch ein ganz unamerikanisches Weihenstephaner Bier, und schon ist die Welt in Ordnung.
Okeh, Pariser Straße 18a, 10707 Berlin, Tel. 030 / 886 05 57
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
