- sinnliche Verführung mir Esprit
Abendstimmung in Berlin: Kinos, Theater, Bars und Restaurants laden ein. Elegante Anzüge, rauschende Kleider und knappe Mieder ziehen die Blicke auf die Träger und Trägerinnen. Berlin am Abend ist wie ein großes Orchester: Alle Instrumente sind vertreten, die volle Besetzung ist bereit für die Sinfonie der Nacht. Den Rhythmus der Großstadt fängt die Show „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ ein. Schön und verrückt, das ist der verheißungsvolle Titel dieses einzigartigen Showprojektes, welches im Mai 2006 am Marlene-Dietrich-Platz 1 Premiere feierte.

Fotos: Jirka Jansch
Erotik – man frage 50 Menschen, was sie darunter verstehen, und wird 50 verschiedene Antworten bekommen. Sprachlosigkeit wird selten sein, denn zu diesem Thema hat wohl jede/r eine Meinung – und Erfahrungen (hoffentlich). Erotische Fantasien haben den menschlichen Geist seit jeher beschäftigt. Kultische Fruchtbarkeitssymbole der Ur- und Frühgeschichte hatten in späteren Zeiten Zensoren auf den Plan gerufen. Es gibt freizügige Darstellungen vom Treiben in mittelalterlichen Badehäusern, die Epoche der Renaissance entdeckte auch das Körperliche wieder und die Hofmaler im Frankreich des 18. Jahrhunderts malten das, was Lust machte. (weiterlesen…)
In der Spielbank Berlin, dem gläsernen Kopfbau von Renzo Piano und Christoph Kohlbrenner am Marlene-Dietrich-Platz, wurde von Meuser Architekten BDA eine ganze Etage für das neue Theater „Belle et Fou“ umgebaut. Die Architekten standen vor der Herausforderung, die ursprünglich als Automobilmuseum konzipierten Räumlichkeiten zu einem modernen Theaterbau umzugestalten.

In enger Zusammenarbeit mit dem Star-Gastronom und Produzenten Hans-Peter Wodarz, Spielbankchef Günter Münstermann sowie Arthur Castro, ebenfalls Produzent und künstlerischer Leiter, wurde die Entwicklung von Show und Raum praktisch synchronisiert. Auf diese Weise ergab sich sowohl für die Produzenten als auch für die Architekten die einmalige Situation, Baukunst mit Bühnenkunst in einem kreativen Prozess miteinander zu verweben. Obwohl der Raum nach den klassischen Prinzipien des Theaterbaus funktioniert und die kleine Bühne vom Halbrund der Publikumsebene getrennt bleibt, ist es gelungen, eine intime, physisch dichte Atmosphäre zu erzeugen, in der die Künstler mit den Zuschauern praktisch auf Tuchfühlung gehen. Der Innenausbau orientiert sich hierbei an den neuesten technischen Möglichkeiten und Aufgaben eines modernen Theaterraums. Projektionswände und (weiterlesen…)
- Bezaubernd und verführerisch
Bücher mit Cocktailrezepten gibt es wie Sand am Meer. Wahrscheinlich haben auch Sie irgendwo eins zu Hause in Ihrem Bücherregal. Und wahrscheinlich haben auch Sie noch nie hineingesehen. Müssen Sie auch nicht. Wir haben uns für Sie auf die Suche nach dem ganz besonderen Rezept gemacht – und sind fündig geworden: Ob gerührt oder geschüttelt – sie zählen zu den besten Cocktail- Créateuren der Hauptstadt: Doreen Lange (Piano Bar, Hotel Steigenberger Berlin), Edgar Katzer (VoxBar, Grand Hyatt Berlin), Andreas Lanninger (Le Bar, MARITIM Hotel Berlin), Swen Leistner (Marlene Bar, Hotel InterContinental Berlin), Carsten Schröder (FELIX Clubrestaurant) und Erik Schütze (Bar „Belle et Fou“). Alle trafen sich in der Bar von „Belle et Fou“ und servierten ihre ganz persönlichen Sinnenbetörer – erdbeersüß und chilischarf.
„Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind die, aus denen man trinkt.“ Joachim Ringelnatz
Belle et Jour
2 cl Baileys Irish Cream
2 cl Smirnoff Vanilla Twist Vodka
2 cl Kahlua Café Liqueur
1 cl Amarena-Kirsch-Sirup
2 cl flüssige Sahne
Dieser wunderbare After-Dinner-Cocktail wird in einem Boston-Shaker auf Würfeleis zubereitet.
Alle Zutaten in den Shaker geben, kräftig und lange durchschütteln.
Wir empfehlen eine Cocktailschale (Glasvolumen 14 ml), dekoriert mit einer frischen Erdbeerhälfte und einem Minzblatt, zu füllen. Dieser Cocktail eignet sich durch seinen lieblich-cremigen Kaffeegeschmack auch hervorragend als Dessert. (weiterlesen…)
- Ralf Marhencke sorgt für feinste Gaumenfreuden bei „Belle et Fou“
Er ist der Schöpfer des kulinarischen Vorspiels von „Belle et Fou“: Küchenchef Ralf Marhencke hat im Sommer bei Hans-Peter Wodarz angeheuert. Für den neuen Posten schmiss der gerade vom Gault Millau als Aufsteiger gefeierte 41-Jährige seinen sicheren Job in „Schreieggs Post“ in Thannhausen, im bayerischen Teil Schwabens, hin. Dort hatte sich der Vater von zwei Töchtern mit kreativer, leichter Feinschmeckerküche zuletzt beachtliche 16 Gault-Millau-Punkte erkocht. „In Thannhausen hatte ich alle Ziele erreicht, die ich mir persönlich gesteckt hatte“, erläutert der sympathische Kochkünstler die Gründe für seinen Abschied aus Bayern. „Noch ein Jahr hätte ich nicht dranhängen wollen, zumal mir das Leben in dem 6 000- Seelen-Ort auf die Dauer ein wenig zu eintönig wurde.“

Ralf Marhencke, Foto: Stefan Abtmeyer
Die Koch-Karriere des Küchenchefs begann am mütterlichen Herd. Bereits in seiner Kindheit, die er in Northeim bei Göttingen verbrachte, hatte Marhencke seine Mutter beim Kochen beobachtet und viel mitgeholfen. „Meine Mutter ist eine sehr gute Köchin, sie hat meistens klassische, typisch deutsche Gerichte zubereitet, aber auch viel ausprobiert.“ Besonders gern erinnert sich der 41-Jährige an Mutters Rouladen, ihr Gulasch und den lauwarmen Kartoffelsalat. Die ersten Gourmet-Erweckungserlebnisse hatte Marhencke dann in Berlin, wo er nach absolvierter Lehre im Northeimer Hotel Leineturm im Hotel Schweizerhof anheuerte. „Im KaDeWe habe ich zum ersten Mal frische Austern gegessen – das war schon ein Erlebnis!“ Anschließend zog es den Globetrotter in die USA zum Ritz-Carlton in Dana Point, Kalifornien. Dort entdeckte er seine Liebe zu frischem Fisch. Von der kalifornischen Küche mit ihren asiatischen und mediterranen Einflüssen lässt sich Marhencke noch heute gern inspirieren. Sein Lieblingsprodukt ist Thunfisch, den er gern leicht angebraten in einer Kombination mit Gänsestopfleber serviert – oder als „Knusperschnitte“: roh marinierter Thunfisch und Thunfischcreme in Blätterteigschichten verpackt. (weiterlesen…)
Ein goldener Oktobertag zur Mittagszeit: Buntes Laub färbt die Straßen rund um den Potsdamer Platz. Gleichzeitig auf der Bühne des „Belle et Fou“: Noch vor der herbstlich roten Dämmerung herrscht hier die blaue Stunde – Schmuck und Kostüme der Künstler funkeln im Licht des Salons. Regisseur, Choreograph und Bühnenbildner proben konzentriert die allabendliche Darbietung der derzeit verruchtesten Show der Hauptstadt. „Belle et Fou“ wurde nach der Premiere nicht gerade mit Lorbeeren überhäuft. Fortan galt es für die Macher, den Ball aufzunehmen und die Show attraktiver zu machen. Nun ist sie rundum überarbeitet worden. „Unterhaltung auf hohem Niveau“ lautet das Credo des ganzen Teams. Wie, erfahren wir von dem Produzenten und Gastronomen Hans-Peter Wodarz (HPW), dem Regisseur und Produzenten Arthur Castro (AC) und dem Gastgeber des lustvollen Tanztheaters, Günter Münstermann (GM), dem geschäftsführenden Gesellschafter der Spielbank Berlin.

Daniel Khafif im Gespräch mit Arthur Castro, Günter Münstermann und Hans-Peter Wodarz
Meine Herren, die Medien bedachten Ihre Premiere z. T. mit heftiger Kritik – welche Konsequenzen haben Sie daraus gezogen?
HPW: Sie haben Recht, die Presse hatte anfangs wenig Lob für uns übrig. Es gab auch nichts um den heißen Brei herumzureden, denn die Erwartungen hatten wir ganz offensichtlich nicht zur vollen Zufriedenheit erfüllen können. Allerdings teilte sich das Echo von Medien und Zuschauern: Während die Boulevard- Journalisten größtenteils die Nase wegen der angeblich „platten“ Fleischbeschau rümpften, verlangten unsere Gäste eher mehr Erotik und waren enttäuscht von der so zurückhaltenden Show. Da muss ich ganz ehrlich sagen, (weiterlesen…)