Berliner Perspektiven
- Von Rolf Eckrodt
Foto Dirk Dehmel
Berlin ist in. Standortrankings sind es auch. 17 dieser Ranglisten innerhalb eines Jahres hat unlängst eine Berliner Tageszeitung gezählt. Oft lag Berlin vorn, manchmal auch hinten. Wir alle wissen, dass in der Stadt die Arbeitslosigkeit leider immer noch hoch, die Kaufkraft relativ niedrig ist. Das ist auch eine Folge des harten Strukturwandels, den Berlin gerade durchmacht. Doch es wäre kurzsichtig, eine solche Momentaufnahme einfach in die Zukunft fortzuschreiben. Das Gegenteil ist richtig.
Rolf Eckrodt, Aufsichtsratsvorsitzender der Berlin Partner GmbHDenn gleichzeitig entstanden in Berlin prozentual mehr neue Jobs als in jedem anderen neuen Bundesland. Nach wie vor machen sich in Berlin mehr Existenzgründer selbstständig als anderswo. Nirgendwo in Deutschland sind die Arbeitgeber zufriedener mit ihrem Standort als in Berlin. Und an keinem anderen deutschen Standort gibt es eine solche Dichte an Forschungskapazitäten und gleichzeitig eine solche Offenheit und Freiheit für neue Entwicklungen. Keine andere Stadt hat in den vergangenen 15 Jahren einen solchen Wandel durchgemacht wie Berlin. In keiner anderen Metropole der entwickelten Industriestaaten hat sich ein Drittel der Bevölkerung durch Wanderungsbewegungen binnen 15 Jahren ausgetauscht. Das sind die Faktoren, die die Zukunft prägen werden, und hier führt Berlin die Ranglisten regelmäßig an. Hier ist Berlin vorn. Und deshalb wird bald auch seine Wirtschaft vorne mitspielen. Diese Überzeugung teile ich mit Menschen aus der ganzen Welt, die gerne nach Berlin kommen, die hier auch ihr Geld investieren. Denn die Wirtschaft wird dort wachsen, wo Technologie, Talent und Toleranz zusammentreffen. Und das ist in Berlin so. Nur in der Stadt selbst scheint sich das noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Die Zahl der Pessimisten ist zwar seit der Fußball-WM im vergangenen Sommer stark gesunken. Aber es gibt sie noch immer. Dabei ist das Image Berlins umso besser, je offener die Perspektive ist. Je weiter man sich von der Stadt entfernt, desto besser ist ihr Ansehen. Vielleicht sollten sich die berufsmäßigen Schwarzseher einfach mal auf die Reise begeben und unser junges, dynamisches und kreatives Berlin mit anderen Augen aus der Distanz betrachten.